Gestern war dann Abreisetag. Um es uns nicht schwer zu machen, hatte das Allgäu ein einsehen und zeigte uns nun auch seine Regenseite.

Trotzdem ging es mit Lotta auf Gassirunde. Diese fiel größer aus, als die normalen Morgenrunden, da ja für den Rest des Tages nicht mehr viel Bewegung anstand. Also sind wir erst mal Fischen-Berg hochgegangen und runter zur Weiler Ach. Der Pfad war in Dämmerlicht nicht ganz leicht, aber dank Wanderstöcken doch zu gehen.

An der Ach angekommen war ich doch etwas überrascht. Anscheinend war es noch zu früh oder zu dunkel. Jedenfalls lockte das Wasser Lotta heute gar nicht. An der Ach vorbei ging es zur Brücke nach Weiler und dann zurück.

Frühstücken, Einpacken, und ab geht es. Ein letzter Blick auf den Grünten überzeugte uns, dass heute perfektes Abreisewetter war. Die Rückfahrt lief großartig. Ein paar kleinere Baustellen hielten uns nicht auf. Und so waren wir nach 7 Stunden trotz großzügiger Pausen in Aachen. Lotta war die Anstrengung der letzten Tage anzumerken. Das erste Mal hat sie im Auto geschlafen, so müd war sie.

Heute geht dann der Alltag wieder los und mein Urlaubstagebuch endet. in den nächsten Tagen wird es noch mal eine ausführliche Foto-Video-Serie geben und dann erfahrt ihr hier wieder mehr über Tupperware.

Tag 10 begann mit einem Novum für uns: Wolken. Diese waren zwar so hoch, dass noch alle Berge zu sehen waren, aber es gab tatsächlich keinen blauen Himmel. Der Wetterumschwung hat wohl auch Lotta ein wenig durcheinander gebracht. Jedenfalls hat sich herausgestellt, dass wir bei einem wichtigen Punkt unserer Erziehung Redebedarf haben. Das wird aber zügig angegangen.

Auf den Wetterumschwung vertrauend sind wir wie geplant ins Rohrmoos gefahren. Da wir einen Abzweig verpassten, durften wir auch Grasgehren kurz bewundern. Das Rohrmoos- bzw. Starzlachtal bietet mehrere Besonderheiten. Es ist nicht von für hier typischen Bergen umschlossen. Die Gottesackerwände bilden an der rechten Seite eine Steilwand, die durchaus beeindruckend ist. Zudem zeichnet sich dieses Hochmoor durch eine eigene typische Vegetation aus. Und mitten durchs Tal läuft die europäische Wasserscheide. Auf der einen Seite dieser imaginären Linie fließt das Wasser über die Donau ins Schwarze Meer, auf der anderen Seite über den Rhein in die Nordsee.

Lotta interessierte allerdings nur eines. Es fließt Wasser. Entsprechend war auch wieder Spaß angesagt. Und das ist ja das Wichtigste.

Außerdem hat Lotta wohl ein ganz besonderes Stöckchen gefunden. Auf jeden Fall hatte sie sehr viel Spaß. Von Vorteil im Tal ist, dass hier häufig Radfahrer kommen. Und da sie dann ja immer brav kommt und sich neben uns absetzt, gibt es auch jedes Mal ein Leckerchen. Ganz toll hat sie heute bei einem besonders schellen Radfahrer reagiert. Dieser clevere Mensch kam von hinten in hohem Tempo an und hielt es für unnötig, auf sich aufmerksam zu machen. Für uns war es zu spät, den Hund heranzurufen. Da half nur ein "Steh". Lotta blieb genau in der Mitte des Wegs stehen und rührte sich auch dann nicht, als die Intelligenzbestie ganz nah an ihr vorbei raste. Da gab es dann natürlich gleich zwei Leckerli.

Ist es eigentlich nötig, zu erwähnen, dass der blaue Himmel tatsächlich kam?

Abends ging es, wie bereits angekündigt, zu unserem Lieblingsitaliener. Und wie zuerwarten, war es ein würdiger Abschluss unseres letzten Wandertages.

Auf Empfehlung meines Vaters ging es gestern ins Gemsteltal, einem Seitental des Kleinwalsertals. Ich hätte ahnen können, dass die Tour nicht so leicht wurde, wie mein Vater es mir erzählt hatte. Nachdem wir die Breitach überquert hatten, ging es am Gemstelbach vorbei immer nach oben. Die Anstrengung wurde durch einen wunderbaren Blick auf die umliegenden Berge und den Wildbach belohnt.

Oben angekommen fand Lotta den wohl einzigen Bach im ganzen Allgäu, der schlammig ist und zog sich erst mal Wanderstiefel an.

Der Blick am Talabschluss war überwältigend und überall gab es kleine Wasserfälle zu entdecken. In der Schönesbodenalp wurde erst mal eingekehrt. Die Sennalp war noch bewirtschaftet, und auch wenn ich mich nicht über die noch herumlaufenden Kühe freute, war die frische Mich schon ein Gedicht. Und auch die selbstgeräucherten Leckereien und der Käse war richtig lecker. Das war mal eine besondere Brotzeit.

Der Abstieg auf der anderen Seite des Gemstelbachs war genau so schön, wie der Aufstieg, wenn auch nicht so atemberaubend. Es ging durch einen stimmungsvollen Auwald und auch wieder am Wildbach vorbei. Diesmal sogar noch näher als auf dem Hinweg.

Gott sei Dank gab es auch immer wieder Stellen, an denen Lotta ins Wasser konnte. So mussten wir die Wanderstiefel nicht mit nach hause nehmen.

Abends ging es dann noch mal in die Krone. Diesmal gab es einen fantastischen Salat, der seinesgleichen sucht.

Gestern waren wir im Trettachtal. Hier gab es gerade für Lotta viel zu erleben. Am Talende konnte man wunderbar an die Trettach, wo wir uns bei strahlendem Sonnenschein auf Steine setzen konnten. Lotta hatte so Gelegenheit, abwechselnd in dem Wildbach zu spielen und Treibholz zu schreddern.

Aber auch vorher hatte sie schon Spaß, weil uns von Spielmannsau bis zur dahinter gelegenen Alp ein Hund begleitete, mit dem sie über die Wiesen toben konnte. Außerdem lernte sie von diesem, wie man auf die Ränder der aus einem ausgehöhlten Baumstamm gefertigten Brunnen springen kann, um daraus zu trinken. Und wenn die Freude besonders groß sein soll, kann man auch direkt ins Brunnenwasser springen.

Auf dem Rückweg sind wir in der Alp eingekehrt, die wegen des schönen Wetters noch geöffnet hatte. Anschließend ging es dann zum Christlessee. Der kleine bis zu 10m tiefe See ist für sein klares blaugrün schimmerndes Wasser bekannt. Er wird von zahlreichen Quellen gespeist, die für eine gleichbleibende Temperatur von 4°C über das ganze Jahr sorgen.

Und dieser See hat es Lotta direkt angetan. Wir haben sie gar nicht mehr aus dem Wasser bekommen. Ohne dass wir sie animiert hätten, ist sie so weit raus, dass sie schwimmen konnte. Das ist auch für unseren Seehund eher ungewöhnlich. Normalerweise geht sie nur so weit ins Wasser, dass sie noch stehen kann und erst wenn Stöcke fliegen, schwimmt sie.

Aber die erfrischende Kühle des Sees - wie gesagt 4° - schienen es Lotta sehr angetan zu haben. Vielleicht war sie froh, sich nach der vielen Lauferei der letzten Tage mal so richtig abzukühlen.

Anschließend sind wir dann mit dem Bus zum Renksteg gefahren, wo wir geparkt hatten. Auch die Busfahrt war für Lotta Neuland, das sie gut bewältigt hat.

Abends sind wir dann wieder ins Leonardo da Vinci gegangen. Ich hatte fantastische gegrillte Tintenfische, die auf der Zunge zergingen. Sabine hatte Tres di Pasta, die auch ausgezeichnet waren. Wer hierhin in Urlaub fährt, sollte das Lokal auf jeden Fall testen. Wir haben auf jeden Fall für Samstag Abend unser letztes Abendmahl im Allgäu bei Leonardo da Vinci schon reserviert.

Heute geht es ins Ausland. Genauer ins Kleinwalsertal. Mein Vater hat uns das Gemsteltal empfohlen, und bisher waren seine Empfehlungen immer klasse.

Gestern stand eine besondere Bewährungsprobe für Lotta an. Wir wollten auf die Hörner. Und dafür hieß es Seilbahn fahren. Wir waren sehr gespannt, wie Lotta auf die kleinen Kabinenbahnen reagieren würde. Der Zustieg erfolgt während die Bahn langsam weiterfährt. Das wahr auch schon die erste Herausforderung. Denn auf etwas bewegendes aufsteigen, erfordert für einen Hund schon Uberwindung. Dennoch stellte das für Lotta nach kurzem Zögern kein Problem dar.

Auf der Fahrt hat Lotta dann gezeigt, was für eine coole Socke in ihr steckt. Kein Hecheln oder sonstige Streßanzeichen, obwohl die Bahn doch schön schaukelte. Und irgendwann legte sie sich einfach hin und blieb enspannt bis oben liegen. Das Foto ist nicht wirklich aussagekräftig, aber in der engen Bahn war das Fotografieren nicht einfach.

Oben angekommen haben wir zuerst die herrliche Aussicht genossen. Die Allgäuer Berge verwöhnten uns mit guter Sicht und weiterhin strahlend blauem Himmel. Und selbst hier oben wärmte die Sonne sehr stark.

 


Die Bergwelt verwöhnte uns Menschen mit den letzten Blüten des Jahres und Lotta mit steilen Hängen, die zum Toben einluden. Am Schwabenhaus sind wir dann erst mal eingekehrt und haben etwas getrunken.

Auf dem Rückweg haben wir dann auf den Wiesen Brotzeit gemacht. Hier sei kurz erwähnt, dass uns der Tuppercare Fütterteller für Lotta gute Dienste tat. So hatten wir immer Wasser für den Hund und obwohl der Teller hochkant im Rucksack transportiert wird, läuft kein Tröpfchen aus.

Dass die Bahnfahrt nach unten genauso unproblematisch war wie die Bergfahrt nach unten, muss ich wohl nicht erwähnen.

Abends sind wir übrigens in die Krone gegangen. Und auch hier war das Essen spitze. Für Lotta war der Tag wohl sehr anstrengend, denn das Essen hat sie fast vollständig verschlafen.